Eine
außergewöhnliche Frau - ein außergewöhnliches Leben,
es
zu beschreiben, Einblick zu gewähren in seine Komplexität, fällt
schwer. Die erste Hälfteihres Lebens ist geprägt
von der Befreiung ihrer selbst, ihrer Gedanken, dem Niederreißen der Fassaden
und Erscheinungsbilder.
"...so
kommen sie immer wieder, diese inneren und äußeren Zerfallsmomente,
die ich liebe und die mich in nichts auflösen. Unverheiratet wäre ich
längst im Irrenhaus, denn was ich anfasse oder was in meine Nähe
gelangt, verliert sein Gefüge, fällt auseinander wie ein umgekippter
Baukasten und wird unbestimmbar oder aufsässig und ich bin wie eine,
die sich den Boden unter den Füßen wegzieht, um ihn für den nächsten
Schritt zu haben. Sodass ich dauernd schwebe oder mein eigener rettender
Strohhalm bin - nämlich mein Körper - ich mache Feuer oder Abendessen,
dann ist wieder alles in Ordnung, ich bin da und alles andere ist auch
da, normal und zuverlässig. So wie ich aber sitze, bin ich weg und
alles andere löst sich auf - der Abstieg in die Unterwelt. Alles wird
vage, ein Abenteuer, das ich fürchte und
suche." ( Tagebuch 1947 ).
Auch
sie ist, wie viele andere, von der Notwendigkeit ergriffen, die alten Gefüge
und Vorstellungen zu zerschlagen, um Platz zu schaffen für die
Schwingungen einer heraufdämmernden neuen Welt, in der nicht die
festgefahrenen Bilder und Vorstellungen einer freien Balance der Phänomene
im Wege stehen.
"...an
alle diese: wir wollen keine Spiegelbilder mehr sein. Wir wollen die
neue Kunst da suchen, wo sie Geheimnisse verschleiert und neue schafft.
Warum hat wohl der alte Rhythmus unserer Sprache und Bilder den
vertrauten Wohlklang verloren? Wir sind zum Töten und Neugebären zu
feige geworden und erschöpfen uns durch die Benutzung alter Mittel.
Keine Sucht nach Neuem, nein, ich sehe es nicht so. Die ungeheure
Schwierigkeit eines neuen Wellenganges, in dem wir zwar weltgebunden uns
schon befinden, ohne wirklich mitzuschwingen." ( Tagebuch 1954 ).
Ihr Leben wird ein
Abtauchen in die tiefsten Tiefen der Psyche, um die hinter den Dingen
stehenden Wahrheiten zu erkennen